Lautes Kinderspielzeug: So schützen Sie das Gehör Ihres Kindes

Viele elektronische Spielsachen singen, piepen oder spielen Melodien ab – oft lauter, als Eltern vermuten. Erfahren Sie, warum zu lautes Kinderspielzeug Kinderohren belasten kann, worauf Sie im Alltag achten sollten und wie Sie das Gehör Ihres Kindes mit einfachen Maßnahmen wirksam schützen.

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Wie lautes Kinderspielzeug den Ohren Ihres Kindes schaden kann

Das neue Kinderspielzeug ist gerade ausgepackt und schon ertönt die erste Melodie. Kurz darauf folgt sie ein zweites, drittes und zehntes Mal. Kinder lieben Spielsachen, die singen, piepen, sprechen oder eine Sirene abspielen. Für Eltern klingt manches davon allerdings erstaunlich laut.

Diese Wahrnehmung sollte ernst genommen werden. Elektronisches Kinderspielzeug kann das Gehör belasten, vor allem dann, wenn Kinder es direkt ans Ohr halten oder die Geräusche über längere Zeit immer wieder abspielen.

Andreas Bögl ist Hörakustikmeister und Pädakustiker. Als Pädakustiker ist er auf das Hören von Kindern, die kindgerechte Überprüfung des Gehörs und die besonderen Anforderungen junger Kundinnen und Kunden spezialisiert. Als Vater eines Sohnes kennt er außerdem viele Situationen aus dem Familienalltag: Spielzeug wird voller Begeisterung ausprobiert, immer wieder eingeschaltet und gerne ganz nah ans Ohr gehalten.

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Warum lautes Kinderspielzeug Kinderohren belasten kann

Kinderohren sind täglich vielen Geräuschen ausgesetzt. Dazu gehören Stimmen, Musik, Straßenlärm, Fernseher, Tablets und elektronisches Kinderspielzeug.

Ein kurzer Ton führt in der Regel noch nicht zu einem Hörschaden. Entscheidend sind die Lautstärke, die Dauer und der Abstand zum Ohr. Besonders schrille Geräusche, laute Sirenen oder ständig wiederholte Melodien können das Gehör stark beanspruchen.

Bei Kinderspielzeug kommt hinzu, dass Kinder den Lautsprecher häufig nur wenige Zentimeter vom Ohr entfernt halten. Ein Geräusch, das im Raum noch erträglich klingt, kann aus dieser kurzen Entfernung deutlich intensiver ankommen.

Warum der Abstand zum Ohr so wichtig ist

Erwachsene beurteilen die Lautstärke eines Kinderspielzeugs meistens aus normaler Entfernung. Kinder verwenden es häufig ganz anders.

Das Spielzeugtelefon wird fest an den Kopf gedrückt. Die sprechende Figur landet direkt neben dem Ohr. Das Polizeiauto wird aus nächster Nähe eingeschaltet und die Musikbox steht beim Einschlafen direkt am Kopfende.

Je näher sich die Geräuschquelle am Ohr befindet, desto stärker wird der Ton wahrgenommen. Eltern sollten deshalb genau beobachten, wie ihr Kind mit dem Spielzeug umgeht und aus welcher Entfernung es die Geräusche hört.

Woran Eltern zu lautes Kinderspielzeug erkennen

Für eine erste Einschätzung braucht es kein Messgerät. Eltern können das Kinderspielzeug selbst einschalten und in dem Abstand ans eigene Ohr halten, den das Kind beim Spielen vermutlich nutzt.

Folgende Reaktionen können darauf hindeuten, dass das Kinderspielzeug zu laut ist:

  • Der Ton wirkt schrill oder unangenehm.
  • Sie erschrecken beim Einschalten.
  • Sie möchten das Spielzeug sofort weiter vom Ohr entfernen.
  • Die Lautstärke stört bereits nach kurzer Zeit.
  • Das Geräusch übertönt Gespräche im Raum.

Das eigene Hörempfinden bietet eine gute erste Orientierung. Klingt ein Spielzeug aus kurzer Entfernung bereits für Erwachsene unangenehm, sollte die Lautstärke für Kinder reduziert werden.

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Wie Lautstärke und Spieldauer das Gehör beeinflussen

Neben der Lautstärke spielt auch die Dauer eine wichtige Rolle. Viele Kinder hören ein Geräusch gerne immer wieder. Der gleiche Knopf wird so oft gedrückt, bis die Melodie oder Sirene zum dauerhaften Hintergrundgeräusch geworden ist.

Für die Belastung des Gehörs sind mehrere Punkte entscheidend:

  • Wie laut ist das Kinderspielzeug?
  • Wie nah befindet es sich am Ohr?
  • Wie lange dauert das Geräusch?
  • Wie häufig wird es wiederholt?

Eine kurze Melodie mit ausreichend Abstand ist deutlich weniger belastend als eine Sirene, die über mehrere Minuten direkt neben dem Ohr abgespielt wird.

So lässt sich lautes Kinderspielzeug leiser machen

Viele elektronische Spielsachen besitzen einen Lautstärkeregler. Für das Spielen zu Hause genügt meistens die niedrigste Stufe.

Fehlt eine solche Einstellung, kann die Lautsprecheröffnung teilweise mit einem stabilen Klebestreifen abgedeckt werden. Dadurch lässt sich die Lautstärke bei vielen Spielsachen deutlich reduzieren. Der Klebestreifen sollte sicher befestigt sein und sich durch kleine Kinder nicht lösen lassen.

Auch einfache Regeln helfen im Alltag:

  • Kinderspielzeug mit Geräuschen bleibt auf Abstand zum Ohr.
  • Nach längeren Spielphasen folgt eine ruhige Pause.
  • Sehr laute Funktionen werden nur kurz eingeschaltet.
  • Musikboxen stehen mit ausreichend Abstand zum Kopf.
  • Besonders schrilles Kinderspielzeug kann ohne Batterien weiterverwendet werden.

Viele Puppen, Tiere und Fahrzeuge bleiben auch ohne Geräuschfunktion spannend.

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Warum Ruhepausen für Kinderohren wichtig sind

Im Kinderzimmer darf gelacht, gesungen und getobt werden. Gleichzeitig braucht das Gehör zwischendurch ruhigere Phasen.

Nach einem lauten Spielmoment können gemeinsames Vorlesen, Malen, Bauen oder ein Spaziergang für Entlastung sorgen. Auch dauerhaft laufende Hintergrundgeräusche durch Fernseher, Tablet oder Musik sollten möglichst begrenzt werden.

So lernen Kinder früh, unterschiedliche Lautstärken wahrzunehmen und ihrem Gehör regelmäßig Ruhe zu gönnen.

Welche Anzeichen auf Hörprobleme hinweisen können

Kinder können Veränderungen ihres Hörvermögens häufig noch nicht genau beschreiben. Auffälligkeiten zeigen sich deshalb oft zuerst im Alltag.

Eltern sollten genauer hinsehen, wenn ihr Kind

  • häufig nachfragt,
  • auf Ansprache nicht zuverlässig reagiert,
  • Fernseher oder Tablet zunehmend lauter einstellt,
  • ein Ohr bevorzugt zur Geräuschquelle dreht,
  • über Piepen, Rauschen oder Druck im Ohr berichtet,
  • nach lauten Situationen besonders geräuschempfindlich reagiert.

Diese Beobachtungen können unterschiedliche Ursachen haben. Bleiben sie bestehen, sollte das Hörvermögen überprüft werden.

Ein jährlicher Hörtest gibt Eltern Sicherheit

Gutes Hören ist wichtig für die Sprachentwicklung, das Lernen und die Orientierung im Alltag. Da sich das Hörvermögen eines Kindes verändern kann, ist ein Hörtest einmal im Jahr sinnvoll.

Die regelmäßige Überprüfung zeigt, ob beide Ohren altersgerecht hören und ob es Veränderungen gibt, die im Alltag bisher unbemerkt geblieben sind. So erhalten Eltern Sicherheit und mögliche Auffälligkeiten können frühzeitig abgeklärt werden.

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